Aktuelles

Hier erfährst du Aktuelles, das zur Zeit oder demnächst ansteht oder Themen mit denen wir uns gerade beschäftigen.

 

Mit mehr Kraft ins neue Jahr

Januar 2024: Das intensive Engagement im Projekt hat bei einigen von uns vor allem im letzten Sommer zu Wohnprojekterschöpfung geführt. Viele von uns sind schon seit gut 2,5 oder auch 3,5 Jahren dabei, andere kürzer, aber dafür mit doppelter Energie. Da ist klar, dass irgendwann die Luft raus ist und die Laune nicht immer ganz so frisch. Eine geplante Sommerpause konnten wir wegen anliegender Themen nicht umsetzen, sodass immer irgendwer aktiv war - bei manchem Plenum waren dann auch mal nur drei Personen anwesend.

Wir haben trotzdem als Gruppe durchgehalten. Die Wachstums-AG hat unermüdliche Arbeit geleistet: zahlreiche Mails wurden geschrieben, kurze Info-Telefonate mit Interessierten durchgeführt und Kennenlerntreffen organisiert. Der Einsatz hat sich gelohnt: viele tolle interessante Menschen sind zu uns gestoßen und bereichern jetzt schon die Gruppe. Nun legen wir erstmal eine Wachstumspause ein.

Nach viel Diskussion und Austausch von persönlichen Meinungen und Befürchtungen haben wir uns gegen den Bau von Laubengängen entschieden. Wir hatten das Gefühl es könnte zu dunkel sein. Zudem hätte das eine andere Verteilung der Wohnungen im Haus bedeutet, sodass einige "schlauchiger" geworden wären. Unklar war uns auch, ob der Wunsch nicht am Laubengang die Schlafzimmer zu haben, umsetzbar gewesen wäre. Weil dieser Punkt so schwer zu entscheiden war, hat sich eine Kleingruppe nochmal zusammengesetzt und festgehalten was uns beim Wohnen wichtig ist. Daraus ergab sich die logische Konsequenz, auf Laubengänge zu verzichten. Es wurde klar, dass wir also nochmal anders auf die viel gewünschten zufälligen Begegnungsorte im Haus schauen wollen. 

GbR-Vertrag ist unterschrieben!

August 2023: Wir haben wir den 11-seitigen Gesellschaftsvertrag (GbR-Vertrag) fertig erstellt und unterschrieben. Offiziell heißen wir jetzt "tohoop Planungs-GbR" und haben zwei Personen als Geschäftsführung. Aber in unserem Projektalltag ändert das erst einmal wenig. Unsere erste Versammlung der Gesellschafter*innen fand statt, der Vertrag wurde unterschrieben und die damit verbundenen Mindesteinlagen gezahlt.

Unsere im Vertag festgehaltenen Planungsgrundsätze sind:

  1. kostengünstiges Bauen durch maßvollen Standard 
  2. flexible Grundrisse und ggf. verknüpfbare Wohnungen (Mehrgenerationenhaus)
  3. gemeinschaftlich finanzierte Gemeinschaftsbereiche und Gemeinschaftsräume (z.B. Fahrradraum, Waschküche, Werkstatt)
  4. möglichst umweltgerechte Bauweise; vor allem weitgehend natürliche Baustoffe, einen energetisch günstigen Standard, Energieeffizienzhaus nach IFB-Richtlinien oder darüber hinaus, Solarenergienutzung und beste energieeffiziente Bauweise soweit wirtschaftlich vertretbar
  5. naturnah gestaltete Freiflächen
  6. aktive Teilnahme am Leben im Stadtteil
  7. kinder- und seniorenfreundliche und barrierearme Bauausführung und Grundstücksgestaltung sowie
  8. das Vorhaben soll gemeinschaftlich orientiert und die Strukturen und Ansprüche sollen basisdemokratisch sein.

Es wird formaler

Juli 2023: Ein großer Schritt ist geschafft und wir kommen dem GbR-Vertrag näher, den wir brauchen, um für den Übergang die Rechtsform "Gesellschaft bürgerlichen Rechts" zu gründen. Der Vertrag soll uns für den Übergang bei den formalen Dingen unterstützen, aber er legt auch ideell ein Grundstein für unsere Zusammenarbeit. Das war ein ganz schönes Ziehen und Denken. Wir hatten wir im Mai ein intensives Treffen mit kontroversen Diskussionen, da manches anders scheint, wenn es erstmal schriftlich festgehalten wird. Wir haben gemerkt, dass es ganz schön schwer ist Solidarität vertraglich festzulegen. Durch viel Arbeit von einzelnen Personen und den Austausch mit unseren Partnerprojekten, die einige Mitglieder mit juristischem Wissen haben, wurde der Vertrag immer konkreter. Nun haben wir aber eine Version mit der wir zufrieden sind. Bald geht's erneut ans Unterschreiben.
Aktuell geben wir schon die ersten größeren Geldsummen für unsere Planer*innen aus und der Vertrag soll uns innerhalb des Projekts eine gewisse Sicherheit geben, wie das Finanzielle künftig geregelt ist. 


Was kommt - Es geht weiter mit dem Beziehungsaufbau, der manchmal ermüdend und anstrengend ist, manchmal freudig, leicht und zukunftsfroh. So hatten wir nach unserem diskussionsreichen Arbeitstreffen im Mai am darauf folgenden Sozialtag viel Spaß beim Besuch unseres Baufeldes und dem anschließendem Picknick & Austausch.


Wie es in dem Buch "Zusammen! Wie Deutschland neues Wohnen ausprobiert" von Lennart Herberhold erschienen im Büchner-Verlag heißt:
"In Gemeinschaft leben, sagte mir die Bewohnerin eines Projekts, das sei wie eine Beziehung einzugehen - nur ohne Verliebtsein. Aber was ersetzt das Verliebtsein? Eine schnelle, schlichte Antwort: Die große Idee. Solidarität. Gerechtigkeit. Zusammen einen Ort für alle schaffen.
Aber was heißt es, diese Idee mit Leben zu füllen? Und sie in den Jahren und Jahrzehnten des Zusammenwohnens nicht zu vergessen?"
Wir sind dran. Ein Experiment.

Dazu wird es in naher Zukunft für tohoop eine weitere Wachstumsrunde geben. Also an alle Interessierten: Wir halten euch auf dem Laufenden & melden uns, wenn's losgehen kann!


Wie wollen wir wohnen!?!!

April 2023: Im März hatten wir einen Workshop-Tag mit unseren zwei Nachbarprojekten, den zwei Architekturbüros und unserem Baubetreuer Werner Jürges von der Lawaetz-Stiftung. Der Workhop diente dazu, die drei Baugruppen kein Eigenheim, Genoveva und tohoop in die Lage zu versetzen, die Entscheidung über den Grad und die Ausgestaltung ihrer Kooperation zu treffen. Dafür wurden von Seiten der Architekturbüros Dohse & Partner und Kunst & Herbert sowie der Lawaetz-Stiftung bauliche, (bau-)rechtliche und wirschaftliche Informationen und Rahmenbedingungen vorbereitet. Die Baugruppen haben zudem gemeinsam verschiedene Aspekte der Kooperation bearbeitet: Gemeinschaftsräume, Dachflächen, Bewirtschaftung im Betrieb, Entscheidungsfindung, Zusammenarbeit mit externen Trägern.

Wir haben uns auch mit den Vorgaben der IBA in dem Gestaltungsleitfaden beschäftigt. Leider können wir unser Haus nicht einfach bauen wie wir wollen, sondern es gibt Forderungen und Empfehlungen. Unser Haus wird in orange-rotem Klinker gebaut, an der einen Seite muss die Fassade aus Beton sein und mindestens 50% Fassadenbegrünung haben. Nistmöglichkeiten für Vögel sind erwünscht, das Erdgeschoss muss eine Höhe von 3 Metern haben. Unser Dach muss eine Dachbegrünung haben, die teilweise flach gehalten werden soll, kombinierbar mit Solarzellen (= extensive Dachbegrünung nennt sich das). Mindestens die Hälfte wird intensiv begrünt, das heißt mit Büschen, Sträuchern oder Bäumen. Das Dach soll teilweise gemeinschaftlich genutzt werden, unser Vorgarten sozusagen und vielleicht entsteht auf einem Teil des Daches noch ein Raum. 

Um rechtlichen und architektonischen Fragen näher zu kommen, haben uns die Architekt*innen aufgefordert zu visionieren: Wieviel Gemeinsames wollen wir, wieviel wollen wir noch getrennt leben als drei Projekte und als Individuen? Wie soll unsere Nachbarschaft aussehen? Wie wollen wir wohnen? Wie stelle ich mir den Weg in meine Wohnung vor? Wem will ich begegnen? Was will ich erleben, wenn ich da wohne? Mag ich Begegnungen in Laubengängen oder im gemeinsamen Treppenhaus? 

All diese Fragen wirken noch in uns und werden weitergedacht.
Es war ein voller Tag - vielleicht mit mehr Fragen als Antworten.

tohoop wächst!

September 2022: Wir begrüßen ganz herzlich unsere neuen Aktiven, die mit uns zusammen die Wohnprojekt-Gründung voran treiben. Am letzten September-Wochenende haben wir uns mit allen (2  bis 65 Jahre alt) in der Honigfabrik und in einem Wohnprojekt in Wilhelmsburg getroffen, uns bei leckerem Essen besser kennengelernt und über wichtige aktuelle Fragen ausgetauscht. Es ging um unsere künftige Zusammenarbeit, Finanzierungskonzepte, unser Potential als Gruppe und wie wir das in der Architektur des Hauses umsetzen können. 

Sehr schön fanden wir es, mal wieder live und in Farbe zusammen zu sitzen, lange zu brunchen, zu schnacken und eine tolle Zeit zusammen zu haben. Tief und breit wurde die Frage des leckersten Schokoaufstrichs diskutiert und wie er am besten zu essen ist. (Salzige) Butter? Marmelade? Käse oder Wurst? Heißer Toast oder Pfannkuchen als Grundlage? Pures Löffeln? Immer auf Vorrat haben oder nur als Ausnahme? In all diesen Punkten konnte keine Einigung gefunden werden, aber wir wollen trotzdem noch zusammen wohnen.

Außerdem wurde inzwischen klar mit welchen Architekturbüros wir und unsere zwei Nachbarprojekte im "L" (= die Form unseres Gebäudes) gerne zusammen arbeiten möchten und wie wir uns als Projekte dabei konstruktiv ergänzen können.


tohoop sucht neue Mitglieder

Juli 2022: Wir suchen für die nächste Phase unseres Wohnprojekts nach Menschen, die Lust haben mit zu träumen, aktiv an der Planung und Entwicklung mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen. Bisher waren die Erfahrungen und Ergebnisse der Gruppenprozesse schön und produktiv und wir freuen uns auf Personen, die gerne gemeinsam Entscheidungen treffen. Am liebsten würden wir unsere Gruppe um Personen erweitern, deren Perspektiven bei uns noch nicht so stark vertreten ist. Wir freuen uns über Bewerbungen aus allen Altersklassen und mit jeglichen Lebensentwürfen, besonders jenseits klassischer Familienmodelle. Menschen, die aufgrund verschiedener Faktoren auf dem Wohnungsmarkt besonders benachteiligt sind (z.B. aufgrund von rassistischer Diskriminierung) möchten wir dabei besonders berücksichtigen.

 Uns ist es wichtig, dass du dich mit unseren Werten und Ideen identifizieren kannst und diese mit uns gemeinsam voranbringen willst. Unter Über uns findest du ein paar Ideen und Aspekte, wie wir unser Zusammenleben gestalten wollen und wie unser Selbstverständnis aussieht.
Der Wachstumsprozess stellt uns auch vor eine Herausforderung, da wir uns sowohl nach Anforderungen von außen (z.B. Förderbedingungen) richten müssen als auch unsere eigenen Anforderungen an unsere Gruppe erfüllen wollen. Damit wir uns ein erstes Bild von euch machen und ein paar Informationen erhalten können, haben wir diesen Fragebogen gestaltet.  Füllt ihn gerne bis zum 17. Juli 2022 über den Link aus, wenn euch das aber lieber ist, können wir euch ein Dokument per Mail zusenden.
In einer weiteren Runde wollen wir euch dann persönlich kennen lernen. 

Zusage für das Baufeld

Mai 2022: Das Daumendrücken hat geholfen. Wir bekommen unser Wunsch-Baufeld Nr. 03 im Wilhelmsburger Rathausviertel reserviert und dürfen nun konkreter planen!  In direkter Nachbarschaft auf dem Baufeld und im gleichen Gebäude sind die anderen beiden Gruppen, mit denen wir uns vorher abgestimmt hatten und mit denen wir nah zusammen arbeiten wollen. Juchhuuuh!
Ein Meilenstein ist geschafft, aber der ganze Prozess dauert noch eine Weile und bis Baubeginn und Einzug wird noch einige Zeit vergehen.

Für uns startet nun die 1,5-jährige Konzeptionsphase, in der wir die Arbeit mit unserer Baubetreuung (Lawaetz-Stiftung) starten. In dieser Zeit werden wir ein Architekturbüro beauftragen, den Bau genau planen, unsere Rechtsform festlegen und eine Finanzierung auf die Beine stellen. Mit den anderen Baugemeinschaften im Baufeld werden wir uns eng abstimmen und ein gemeinschaftliches Konzept erarbeiten. Am Ende dieser 18 Monate geben wir das erarbeitete Konzept ab und wenn alles rund läuft, folgt die finale Anhandgabe. Lauter neue Vokabeln. Ja, teilweise auch für uns.

Abgabe der Bewerbungsunterlagen

Januar 2022: In den letzten Wochen und Monaten haben wir viel diskutiert, fest gelegt, geschrieben - digital, "live und in Farbe" an Planungstagen und einem Gruppenwochenende, die hybrid stattfanden.

Wir haben nun unsere Bewerbung für das Interessensbekundungsverfahren eingereicht. Jetzt liest die IBA unsere Unterlagen und puzzelt mit welchen Baugemeinschaften wir als spätere Nachbar*innen auf ein Baufeld passen. Unser Erstwunsch ist das Wilhelmsburger Rathausviertel 03 (WRV 03). Mehr Informationen zu den Baufeldern und dem Interessensbekundungsverfahren finden sich hier. Wir sind gespannt wie es weitergeht.

Das Wohnprojekt wächst weiter

Herbst 2021: Du hast lange nichts von uns gehört, doch nun möchten wir dir von unseren Entwicklungen der letzten Monate als Wohnprojekt berichten.
Unsere Gruppe ist im Laufe des Sommers gewachsen und wir haben unsere Strukturen erweitert und angepasst. Wir haben Arbeitsgruppen gebildet, die Treffen in der Großgruppe verdoppelt und bilden neue Kommunikations- und Organisationsstrukturen.
Bisher sind wir zu einer Kerngruppe von ca. 18 Menschen (über 18 Jahren) gewachsen. Wir sind Kinder, Erwachsene, Familien, Paare, Einzelpersonen, Menschen mit und ohne Kinder und wollen in einer großen Gruppe von 80 bis 120 Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebenshintergründen gemeinsam wohnen. Vielfalt verstehen wir als Stärke, aus der wir einen Schatz an unterschiedlichen Fähigkeiten, Stärken und Ressourcen gewinnen können. Im Moment basteln wir an einer Basis auf der wir als Gruppe organisatorisch und inhaltlich stehen. Unsere Perspektive ist, auf Grundlage dieser Basis in Zukunft mehr Menschen in die Gruppe dazu zu holen. Wir planen in Wilhelmsburg in einem der neu entstehenden Viertel Elbinselquartier oder Rathausviertel zu bauen. Mehr Infos zu den Gebieten findest du auf der Homepage der IBA (Elbinselquartier, Wilhelmsburger Rathausviertel).

Was aktuell bei uns ansteht

Herbst 2021: Baufelder sondieren, Baubetreuungen kennenlernen, Austausch mit anderen Projekten, Auseinandersetzung mit der passenden gemeinschaftlichen Eigentumsform, Vorbereitung auf das Interessensbekundungsverfahren der IBA in Wilhelmsburg, denn wir möchten uns in diesem Verfahren auf eines der Baufelder in den neuen Vierteln in Wilhelmsburg bewerben. Aus der ursprünglichen Planung des Starts der Interessensbekundung für ein Baufeld im März 2021 ist nun November geworden. 

Wir arbeiten aktuell fast ausschließlich virtuell, was Chancen bietet (z.B. kurze Wege vom Laptop in die Küche und zurück, gute Vereinbarkeit mit dem Alltag von allen), aber auch zu bizarren Situationen führt ("Ach, so groß bist du in echt? Vom Bildschirm her hab ich gedacht du seist genauso groß wie ich ..."). Aktuell organisieren wir (im echten Leben!) gemeinsame Planungstage, Exkursionen zu anderen Hamburger Projekten und, wenn es die aktuelle Situation erlaubt, sogar ein gemeinsames Wochenende mit Wegfahren.