Über uns

Wer wir sind - was wir wollen - Öffnung nach außen

Unser Name: tohoop

 

Unser Projekt heißt tohoop (Plattdeutsch: zusammen, miteinander, beisammen). Für uns bedeutet das zusammen zu leben, Ressourcen miteinander zu teilen, gemeinsam zu wachsen. Dafür bauen wir uns ein Haus, in dem wir mit einem ganzen "Haufen" Menschen (hoop = Haufen) zusammenleben können. 


Wieso wir so ein großes Wohnprojekt sein wollen, liest du weiter unten.

Wer wir sind

Wir sind eine Gruppe von Menschen jeden Alters, die ein gemeinschaftliches Wohnhaus in gemeinsamer Verantwortung, Austausch und Fürsorge für- und miteinander realisieren möchten. Wir leben unterschiedliche Lebensentwürfe. 

Konstruktionen aus Lego, Koch- und Kampfkünste, Organisation von kleinen feinen Musikveranstaltungen - wir haben unterschiedliche Interessen und Fähigkeiten und sind schon jetzt gespannt, wie diese unser Miteinander im weiteren Prozess bereichern.

 

Unser Selbstverständnis

Gemeinsam als Gruppe haben wir ein Selbstverständnis mit zehn Punkten erarbeitet, die für uns wichtig sind und mit dem sich alle, die in der Gruppe sind, einverstanden erklären. Die Punkte sind immer wieder im Prozess und sicher nicht vollständig. Das Selbstverständnis soll als Grundlage unserer Zusammenarbeit dienen und wegweisend sein für weiteres Wachstum der Gruppe, Entscheidungen in unserem Planungsprozess und das spätere Zusammenleben.

1. Größe

Unser Haus wird groß: denn gemeinsam sind wir füreinander stark (70-80 Menschen).

4. Wohnformen

Wir wollen gemeinsam wohnen: unterschiedliche, sich mit der Zeit verändernde, auch queere Lebensentwürfe jenseits der Kleinfamilie, ergänzen sich und sind unsere Realität. Dies wollen wir beim Bau beachten.

Wir möchten in unserem Haus Räume für verschiedene Wohn- und Beziehungsstrukturen schaffen. Dafür bauen wir Ein-Personen-Wohnungen, Zwei-Personen-Wohnungen, klassische Familienwohnungen und große Wohngemeinschaften.
Als Projekt haben wir das Ziel, ~50% Platz für Wohnformen abseits von Single/Paar-Wohnungen und der klassischen Kleinfamilie zur Verfügung zu stellen (wie z.B. WGs). Mindestens 15% des gesamten Wohnraumes soll für kinderfreie WGs zur Verfügung stehen. Durch die Unterteilung dieser Lebensräume in nicht-/ kinderfrei wird ein entsprechender Puffer geschaffen, mit dem die Fluktuation mit Kindern realisiert werden kann.
Außerdem möchten wir den (geförderten) Wohnraum gerecht verteilen. Sollten Teile eines Wohnzusammenhangs ausziehen, wünschen wir uns, dass die übrig gebliebene(n) Person(en) entweder neue Mitbewohner*innen suchen oder in eine kleinere Wohnung ziehen (wenn dies möglich ist).

2. Eigentumsform

Unser Haus gehört uns gemeinschaftlich. Wohnungen können nicht in Eigentum umgewandelt werden.

3. Wofür stehen wir ein

In einem gemeinschaftlichen Hausprojekt im kollektiven Eigentum zu wohnen betrachten wir als politischen Akt. Es ermöglicht und erleichtert politische Organisation und Auseinandersetzung.

Wir geben uns den Anspruch, für Gleichheit und Gerechtigkeit einzustehen. Uns ist bewusst, dass diese politische Arbeit ein Prozess ist, welcher bei uns und unserer Gemeinschaft beginnt, aber nicht an den Wänden unseres Hauses endet.  Wir positionieren uns gegen Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit und sind uns dabei bewusst, dass wir diese Diskriminierungen auch ungewollt reproduzieren. Wir sind offen für Weiterentwicklung und Reflexion und betrachten dies als gemeinschaftlichen Prozess. Wir begegnen uns wohlwollend, fehlerfreundlich und vertrauensvoll.

5. Solidarität innerhalb des Projektes

Wir wollen eine Plattform schaffen, auf der wir uns gegenseitig Hilfe und Unterstützung bieten können und wir den Fokus auf Gemeinschaft legen. Unsere Wohnstruktur soll dies erleichtern.


Wir möchten solidarisch einen Teil unserer jeweiligen Wohnfläche zugunsten von gemeinschaftlich genutzten Räumen abgeben.

Unser Anspruch ist es unterschiedliche Voraussetzungen innerhalb des Projektes nach unseren Möglichkeiten auszugleichen. Dadurch sollen soziale, ökonomische und kulturelle Ressourcen gerechter Verteilt werden.

Die Bereitstellung des für den Bau notwendigen Eigenkapitals verstehen wir als eine kollektive Aufgabe.

Wir wollen keine baulichen Unterschiede zwischen den Wohneinheiten herstellen, die bei einem Wechsel der Fallgruppe einen Wohnungswechsel erforderlich machen.

6. Barrierearm

Wir versuchen Hindernisse (Sprachen, Räume, Organisation, …) abzubauen, um allen Menschen die Teilnahme am Projekt zu ermöglichen.

7. Räume für uns, für Soziales und Öffnung nach außen

Unser eigenes sicheres und gutes Leben im Projekt ermöglicht uns auch Kapazitäten/Verantwortung für eine aktive Öffnung nach außen.


Wir möchten zukünftig nicht vereinzelt und prekär wohnen und wählen das Hausprojekt als innere Gemeinschaftsstruktur . Teile unserer Gemeinschaftsräume sollen auch von Nachbar*innen genutzt werden können. Um für den Stadtteil möglichst vielfältige Räume anbieten zu können, sind wir mit anderen Baugruppen vernetzt und stimmen unsere Pläne aufeinander ab.

Außerdem versuchen wir in unserem Haus ein Projekt mit einem sozialraumorientierten Träger zu realisieren. Manche von uns sind (stadt)politisch aktiv und wir werden uns für unsere Nachbarschaft und unseren Stadtteil einsetzen.



8. Kommunikation

Wir sind eine große Hausgemeinschaft. Kommunikation ist eine Grundvoraussetzung in einem Wohnprojekt. Regelmäßige Treffen sind die Plattform, um gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Dabei wird es immer wieder zu Konflikten kommen, die aber auch Raum für Wachstum bieten können. Wertschätzend finden wir Lösungen und treffen unsere Entscheidungen im Konsens.

Das Konsensprinzip meint, dass eine Entscheidung getroffen wird, wenn kein Argument mehr gegen die Entscheidung spricht. Es entscheidet nicht die Mehrheit. So stehen die Gruppenziele den individuellen Zielen voran und es wird der bestmögliche Kompromiss für alle getroffen.

Falls es zu einer Blockade wichtiger Entscheidungen durch einzelne Personen kommt, obwohl schon viele Kompromisse (Mediationen, etc.) versucht wurden und durch die Blockade Personen, Gemeinschaft oder auch dem Haus Schaden entstehen könnten, ist es möglich auch abweichend vom Konsens zu überstimmen.

9. Bildung und Entwicklung

Unser Anspruch ist es, uns und unser Umfeld in einem lebendigen Austausch zu halten. Wir möchten Raum für Bildung und Entwicklung schaffen. Mit entsprechenden Methoden (z.B. Mediation, Antidiskriminierungstraining, …) soll ein gutes Zusammenleben innerhalb des Wohnprojekts, als auch in der Nachbarschaft und im Stadtteil proaktiv gefördert werden. 

10. Soziale und 
ökologische Nachhaltigkeit

Uns ist neben ökologischen Überlegungen und Ansprüchen beim Bau des Hauses auch die nachhaltige Gestaltung unseres Lebens wichtig. Hierbei sehen wir nicht nur die ökologische, sondern auch die ökonomische und soziale Dimension von Nachhaltigkeit (z.B. nachbarschaftliches Teilen von Gegenständen und Räumen, Reduzierung unserer privaten Wohnflächen).

Wieso möchten wir ein so großes Wohnprojekt realisieren?

Mit der Größe unseres geplanten Wohnprojekts haben wir uns viel beschäftigt. Wir sehen viele positive Aspekte an einer Gruppe in der Größenordnung (etwa 70-80 Menschen):
Mehr Möglichkeiten beim Bau, mehr Chancen Ressourcen zu teilen, passende Verteilung von Aufgaben nach eigenen Kompetenzen, eine größere Vielfalt, langfristig eine stabilere Gruppe, weniger sozialer Druck ...

Wir glauben, dass es auch in dieser Größe gelingen kann, persönliche nahe Verbindungen zu schaffen. Natürlich braucht es dafür geeignete Formen der Kommunikation und gemeinsamen Zusammenarbeit. In dem Bereich sind wir stetig daran gute Formen für uns zu finden (z.B. Konsensieren, Arbeitsgruppen).
Wenn du dazu noch Fragen hast, sprich uns gerne darauf an. 

Unsere Kooperationen

Wir bauen unser Haus in Kooperation mit unseren zwei Geschwisterprojekten  

Kein Eigenheim e.V. und Genoveva. Gemeinsam teilen wir die Dachterasse und sind wegen einiger weiterer Themen im engen Austausch.

Unsere Baubetreuung ist die Johann Daniel Lawaetz-Stiftung und unser Haus wird geplant von Dohse und Partner Architekten, die beide schon viel Erfahrung mit dem Bau von Wohnprojekten haben. So fühlen wir uns gut begleitet.